
Dr. Janis Wolf
Applied Zoology and Nature Conservation
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Lebensraumschutz für Waldfledermäuse in Zeiten des Klimawandels
Aktuell bin ich Teil des Verbundprojekts Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse, gefördert vom Bund für naturschutz (BfN) im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP). Dies ist ein Nachfolgeprojekt des Mopsfledermaus-Projekts, an dem die Universität Greifswald von 2018 bis 2024 Verbundpartner war.
Meine Arbeit im Projekt befasst sich mit dem Habitatschutz von Waldfledermäusen im Hinblick auf die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf geeignete Habitate unter Berücksichtigung der Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Tiere selbst. Um geeignete Schutzmaßnahmen zukunftssicher zu gestalten, erstellen wir mithilfe verschiedener Modellierungsansätze Prognosen zur Lebensraumqualität und -konnektivität unter unterschiedlichen Klimawandelszenarien für vier charakteristische Waldfledermausarten: Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri) und Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii).
Physiologische Reaktionen von Fledermäusen auf den Klimawandel
Während meiner Promotion untersuchte ich physiologischen Reaktionen von Bechsteinfledermäusen (Myotis bechsteinii) auf die globale Erwärmung. Durch die Kombination von Freilandexperimenten mit der Auswertung von Langzeitdaten mehrerer Wochenstuben in Süddeutschland konnten wir zeigen, dass höhere Temperaturen mit größeren Körpergrößen assoziiert sind, wahrscheinlich aufgrund verringerter thermoregulatorischer Kosten und infolgedessen erhöhter mütterlicher Fürsorge während der postnatalen Wachstumsphase. (Mundinger & Wolf et al. 2022; Wolf & Kerth 2024). Unsere Forschung deutet ferner darauf hin, dass Bechsteinfledermäuse und vermutlich auch andere Arten gemäßigter Breiten insgesamt gut an kältere Bedingungen angepasst sind, extreme Hitze jedoch möglicherweise schlechter tolerieren (Wolf et al. 2025).
Urbanisierung und invasive Arten
Neben der Untersuchung der Auswirkungen des Klimawandels interessiere ich mich für weitere anthropogene Treiber des Biodiversitätswandels. Insbesondere konzentrierte sich meine Forschung auf makroökologische Ansätze und datenbasierte Analysen zur Bewertung der Auswirkungen der Urbanisierung sowie der Effekte invasiver Arten.
Publikationen
§ indicates shared first authorship
- Wolf J.M., Lehmann P. & Kerth G. (2025). Field respirometry in a wild maternity colony of Bechstein's bats (Myotis bechsteinii) indicates high metabolic costs above but not below the thermoneutral zone. Journal of Experimental Biology 228(2): jeb.249975. https://doi.org/10.1242/jeb.249975.
- Wolf J.M. & Kerth G. (2024). Optimally warm roost temperatures during lactation do not improve body condition in a long-lived bat. Biology Letters 20(10): 20240346. https://doi.org/10.1098/rsbl.2024.0346.
- Mundinger C.§, Wolf J.M.§, Gogarten J.F., Fierz M., Scheuerlein A. & Kerth G. (2023). Artificially raised roost temperatures lead to larger body sizes in wild bats. Current Biology 33(18). https://doi.org/10.1016/j.cub.2023.08.004.
- Wolf J.M., Jeschke J.M., Voigt C.C. & Itescu Y. (2022). Urban affinity and its associated traits: A global analysis of bats. Global Change Biology 28(19): 5667-5682. https://doi.org/10.1111/gcb.16320.
- Wolf J.M., Haase D. & Kühn I. (2020). The functional composition of the neophytic flora changes in response to environmental conditions along a rural-urban gradient. NeoBiota 54: 23-47. https://doi.org/10.3897/neobiota.54.38898.
- Kühn I., Wolf J.M. & Schneider A. (2017). Is there an urban effect in alien plant invasions? Biological Invasions 19: 3505-3513. https://doi.org/10.1007/s10530-017-1591-1.