Chemische Kommunikation bei Spinnen

Projektbeschreibung

Wir untersuchen die Bedeutung von chemischer Kommunikation bei Spinnen. Verhaltensbeobachtungen zeigen deutlich, dass Spinnenmännchen durch Weibchen aus großer Entfernung angelocken werden. Das Sexualpheromon der Wespenspinne Argiope bruennichi haben wir in Zusammenarbeit mit Stefan Schulz analysiert, synthetisiert und im Bioassay getestet. Diese Pheromone werden nur von adulten Weibchen produziert, nicht von subadulten oder sich häutenden Weibchen.

Obwohl Spinnen Duftstoffe nicht nur zur Partnerfindung sondern auch zur Beuteortung und Fressfeinvermeidung verwenden, ist unklar mit welchen Sinnesorganen Spinnen riechen. Kandidatenstrukturen sind Sensillen mit einer terminalen Pore – diese Sensillen werden zum Schmecken (gustation) eingesetzt. Eine Sensillenkarte aller Extremitäten, die wir mit Hilfe raster-elektronenmikroskopischer Aufnahmen erstellt haben, zeigt, das es tatsächlich nur einen Typ von chemischen Sensillen bei Spinnen gibt. Wir untersuchen derzeit, ob sich die Sensillen verschiedener Körperregionen ultrastruktuell unterscheiden. Elektrophysiologische Tests sowie Untersuchungen der Rezeptorproteine sind in Zusammenarbeit mit der Pheromone group Lund geplant.

Kooperationspartner:

Anne-Sarah Ganske, Naturhistorisches Museum Wien

Jutta Schneider, Universiät Hamburg

Hong-Lei Wang, University Lund

Dandan Zhang, University Lund

Christer Löfstedt, University Lund

Ausgewählte Publikationen
  • Ganske, A.-S.& Uhl, G. (in press). The sensory equipment of a spider – a morphological survey of different sensilla types in both sexes of Argiope bruennichi (Araneae, Araneidae). Arthropod Structure and Development.
  • Chinta, S. P.; Goller, S.; Uhl, G. & Schulz, S. 2016: Identification and synthesis of branched way-type esters, novel surface lipids from the spider Argyrodes elevatus (Araneae: Theridiidae). Chemistry and Biodiversity 13: 1202-1220.
  • Uhl, G.; Zimmer, S. M.; Renner, D.; Schneider, J. M. 2015: Exploiting a moment of weakness: male spiders escape sexual cannibalism by copulating with moulting females. Scientific Reports 5:16928, DOI: 10.1038/srep16928
  • Uhl, G. 2013: “Spider olfaction: Attracting, detecting, luring and avoiding”. Pp. 141-158 in: Nentwig, W. (Ed.) Spider Ecophysiology Springer, Heidelberg;.
  • Uhl, G.& Elias D. 2011: “Communication” Pp. 127-189 in: Herberstein, ME. (Ed.) Spider Behaviour: Versatility and Flexibility. Cambridge University Press.
  • Chinta, S.P., Goller, S., Lux, J., Funke S. & Uhl, G., Schulz, S. 2010: The Sex Pheromone of the Wasp Spider Argiope bruennichi. Angewandte Chemie Int. Ed. 49, 2033-2036.