Ursachen und Konsequenzen von weiblicher Genitalverstümmelung

Projektbeschreibung

Wettkampf zwischen Männchen über den Zugang zur Befruchtung beginnt vor der Verpaarung und findet, insbesondere bei Arten mit innerer Befruchtung, auch noch nach der Spermienübertragung statt. Dies hat zu einer Vielzahl von Wegen geführt, auf denen Männchen versuchen ihre Vaterschaft zu sichern.

In diesem Projekt untersuchen wir die Evolution eines neu beschriebenen und drastischen Mechanismus zur Sicherung der Vaterschaft: Externe weibliche Genitalverstümmelung. Bei der Kopulation von Radnetzspinnen wird das Spermien übertragende Organ des Männchens, mechanisch mit anatomischen Strukturen am äußeren Geschlechtsorgan des Weibchens verbunden. Während der Kopulation, verstümmeln Männchen eine essentiell wichtige Struktur, was die Kopplung der Genitalien mit weiteren Männchen verhindert. Die Manipulation weiblicher Geschlechtsanatomie ist ein übersehenes, aber dennoch weit verbreitetes Phänomen, da es in mehr als 80 Spinnenarten aus 8 Familien vermutet wird.

Wir untersuchen die Ursachen und Konsequenzen weiblicher Genitalverstümmelung mithilfe von Verhaltensexperimenten, morphologischen und physiologischen Methoden, genetischen Analysen sowie theoretischem Modellieren.

Kooperationspartner:

Dr. Lutz Fromhage, Department of Biological and Environmental Science, University of Jyväskylä, Finland.

Dr. Michaël Beaulieu, Department of Animal Ecology, University of Greifswald, Germany.

Publikationen
  • Mouginot, P.; Uhl, G.; & Fromhage, L. 2017: Evolution of external female genital mutilation: why do males harm their mates?. Royal Society open science, 4(11), 171195.
  • Mouginot, P.; Prügel, J.; Thom, U.; Steinhoff, P. O. M.; Kupryjanovicz, J. & Uhl, G. 2015: Securing paternity by mutilating female genitalia in spiders. Current Biology 25(22): 2980–2984.