Aktuelle Informationen aus der Fachgruppe

Raubwürgererfassung 2021

Raubwürgererfassung 2021

Verteilung der Beobachtungen des Raubwürgers über das Jahr seit 2000

In diesem Jahr wollen wir den Winterbestand an Raubwürgern in unserem Beobachtungsgebiet erfassen und den Brutverdachten aus den letzten Jahren auf den Grund gehen. Dazu sind uns natürlich auch Hinweise aus der Bevölkerung sehr willkommen. Wer also einen Raubwürger sieht, möge uns seine Beobachtung bitte mitteilen. Dazu hätten wir neben dem Datum auch gern eine möglichst genaue Ortsangabe. Auch ältere Beobachtungen sind von Interesse, da diese Vögel relativ standorttreu sind. Wie die Dekaden-Grafik zeigt, sind diese Vögel Einzelgänger und sind im Herbst und Winter am wahrscheinlichsten in unserer Feldflur anzutreffen. Wenn man also im April 2 Individuen gleichzeitig in geringem Abstand sieht, könnte das schon auf einen Brutversuch hindeuten.

Bundesweites integriertes Monitoring Rauchschwalbe

Bundesweites integriertes Monitoring Rauchschwalbe

Junge Rauchschwalben (rechts: Erstbrut, links: Zweitbrut) Foto: J Köhler

Durch Nina Seifert, Mitarbeiterin der Succow-Stiftung, wurde an uns die Idee herangetragen, an diesem Projekt der drei deutschen Vogelwarten teilzunehmen und die auf der Insel Koos brütenden Rauchschwalben zu beringen. Dieser Gedanke wurde von Jens Köhler (und in Vertretung Frank Tetzlaff) aufgegriffen und im Jahr 2020 mit dem Fang von Altvögeln begonnen. Durch die auf der Insel eingesetzten Bundesfreiwilligendienstler wurde der Brutbestand in den Schuppen, Garagen und anderen Gebäuden über die gesamte Brutsaison erfasst. So konnte ein Bestand von ca. 15-20 BP ermittelt werden (zusätzlich brüten in den Stallungen noch etwa weitere 10 BP der Rauchschwalbe, diese wurden 2020 aber nicht in die Kontrolle und Beringung mit einbezogen). Durch die steten Kontrollen konnte bei den Jungvögeln das beringungsfähige Alter festgestellt werden, sodass in allen Nestern sämtliche Jungvögel einen Ring der Vogelwarte Hiddensee erhielten. Zusätzlich wurde eine kleine Rauchschwalbenpopulation von 6 BP in Groß Karrendorf  mit einbezogen. Auch hier erhielten alle Jungvögel und fast alle Altvögel einen Ring.

 Im Jahr 2020 wurden insgesamt 173 Rauchschwalben (34 Alt- und 139 Jungvögel) beringt. Die Jungvögel stammten aus 37 Bruten, sodass dies eine Jungenanzahl pro Brut von 3,8 ergibt. Glutz von Blotzheim et al (Handbuch der Vögel Mitteleuropas Band 10/1, 1985) gibt eine Gelegegröße von 3-6 Eiern an, wobei die am meisten festgestellte Gelegegröße 5 ist. Durchschnittlich liegt der Ausfliegeerfolg nach seinen Angaben bei 77-91%, welcher von der Erstbrut zur Drittbrut ansteigt und somit im Sommer höher als im Frühjahr ist. In den Nestern auf der Insel Koos wurde nur ein toter Jungvogel gefunden, wonach der Ausfliegeerfolg ebenfalls sehr hoch sein dürfte. Es wurden in einem Nest 1, in 5 Nestern 2, in 9 Nestern 3, in 11 Nestern 4, in 9 Nestern 5 und in 2 Nestern 6 Jungvögel beringt

 Die Saison 2021 kann kommen. Einerseits ist es interessant, wie sich der bisher kühle Frühling auf die Brut auswirken wird und zweitens wird es spannend, wie viele der Alt- und Jungvögel zurück auf die Insel Koos bzw. nach Groß Karrendorf finden werden.

Ergebnisse der Wasservogelzählung im Januar 2020

Ergebnisse der Wasservogelzählung im Januar 2020

Wie jedes Jahr im Januar beteiligt sich auch die Fachgruppe Ornithologie Greifswald an der internationalen Wasservogelzählung. Auf jeweils 8 Zählstrecken entlang des Greifswalder Boddens werden die hier im Winter rastenden Arten mit den vorgefundenen Häufigkeiten registriert. In diesem Jahr wurden 40 Arten mit insgesamt über 100000 Individuen gezählt. Die detaillierten Ergebnisse der diesjährigen Wasservogelzählung können Sie hier einsehen.

Vortragsankündigung von Prof. Dr. Wallschläger

Vortragsankündigung von Prof. Dr. Wallschläger

Leider muss der am 20.11.2019 geplante Vortrag zum Thema:

"Variabilität des Vogelgesangs - Ursachen und Auswirkungen"

wegen Krankheit ausfallen.

Flyer

Eine kleine Bestandsaufnahme im Peenetal 2018

Eine kleine Bestandsaufnahme im Peenetal 2018

Zwergsäger Foto: S Fregin

Seit 2001 zählen wir Vögel an verschiedenen Stellen des Peenetals. Dietrich Sellin zog eine kleine Zwischenbilanz anhand von Schnatterente, Weißbartseeschwalbe, Schwarzhalstaucher  und Zwergsäger. Der Grund für die schwankenden Bestände ist wohl in den Veränderungen der Vegetation zu suchen.

Hier geht es zum Beitrag ...

Vortrag von Prof. M. Wink (Heidelberg) "Neues aus der DNA-Systematik der Vögel" am 4. Apr. 2018

Vortrag von Prof. M. Wink (Heidelberg) "Neues aus der DNA-Systematik der Vögel" am 4. Apr. 2018

Dieser Vortrag findet am 4. April 2018 um 18:30 Uhr im Seminarraum 232 in der Soldmannstraße 23 statt!

Durch die Analyse der DNA ist es heute den Biologen möglich, die Stammesgeschichte aller lebenden Organismen zu rekonstruieren. Dies gilt auch für die Vögel. Große Fortschritte gibt es bei der Erstellung des Vogelstammbaums und der verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Familien. Dies hat unmittelbar Einfluss auf die Anordnung der Familien in Handbüchern, Vogellisten usw. Durch DNA-Sequenzierung können wir auch innerhalb von Familien prüfen, ob alle Gattungen monophyletisch sind. Wenn nicht, müssen die Arten neu in Gattungen sortiert werden. Dies hat bereits zu vielen Umbenennungen geführt, die auch für den Faunisten relevant sind. Durch höher auflösende DNA-Marker kann man innerhalb von Arten aufklären, wie die einzelnen Populationen in Raum und Zeit entstanden. Dies führt häufig zu einer Neubewertung von Unterarten.

Jahresbericht 2017 NSG "Böhmke und Werder"

Jahresbericht 2017 NSG "Böhmke und Werder"

Flussseeschwalbe Foto: M Luhn

Seit nunmehr 40 Jahren betreut unsere Fachgruppe das NSG "Böhmke und Werder" bei Neppermin im Achterwasser der Insel Usedom. Auf ihr befindet sich mit ca 6400 Brutpaaren eine der größten Lachmöwenkolonien der deutschen Küste. Außerdem brüten dort noch etwa 150 Brutpaare der Flussseeschwalbe sowie Graugänse und verschiedene Entenarten. Die Vogelwarte Hiddensee führt dort gleichzeitig mehrere Projekte zur Erforschung dieser Lachmöwenpopulation durch. Die Höhepunkte von 2017 waren die Besenderung von einigen Lachmöwen und in Zusammenarbeit mit der Uni Rostock die Befliegung mit einer Drohne, um die Anzahl der Nester auszuzählen. Mehr ...

Flussseeschwalbe zieht über Südost-Route

Flussseeschwalbe zieht über Südost-Route

beringte Flussseeschwalbe
beringte Flussseeschwalbe Foto: M Luhn

Am 24. Mai 2016 wurde in der Brutkolonie im NSG Inseln Böhmke und Werder eine Flussseeschwalbe mit israelischem Ring (Tel Aviv DD 20203) gefangen. Der Vogel war bereits am 07. Juni 2007 als Brutvogel in der Kolonie auf Böhmke beringt worden (NA 0101662). Auch 2008, 2010 und 2011 erfolgte der Nachweis in der Seeschwalbenkolonie.

Am 13. Juli 2011 wurde der Vogel in den Salinen von Atlit (32°41'00"N 034°56'00"E) südl. von Haifa 2884 km südöstlich vom Brutplatz auf dem Wegzug gefangen. Hier erhielt er wohl den israelischen Ring als Zusatz. Beim Wiederfang am Brutplatz 2016 hatte er nur noch ein Bein, so dass vermutlich der Hiddensee-Ring verloren ging.

Dieser östliche Zugweg ist bisher sehr selten nachgewiesen worden. Bairlein et al. (2014) kennen noch keinen Fund auf dieser Route. 2013 u 2015 wurden allerdings im Rahmen des Fangprojektes in den Atlit-Salinen weitere zwei Flussseeschwalben markiert, die aus der sächsischen Oberlausitz stammen (Heinicke et al. i. Dr.). Auch der finnische Zugatlas verzeichnet einen Fundpunkt in Israel (Valkama et al. 2014). Ebenso nennen Cepak et al. 2008 zwei Funde tschechischer bzw. slowakischer Brutvögel, die auf eine Südostroute schließen lassen.

 

Bairlein F, J Dierschke, V Dierschke, V Salewski, O Geiter, K Hüppop, U Köppen & W Fiedler 2014: Atlas des Vogelzugs. Wiebelsheim.

Cepak J, P Klvana, J Skopek, L Schröpfer, M Jelinek, D Horak, J Formanek & J Zarybnicky 2008: Atlas migrace ptaku ceske a slovenske republiky. Prag.

Valkama J, P Saurola, A Lehikoinen, E Lehikoinen, M Pina, P Sola & W Velmala 2014: The Finnish Bird Ringing Atlas Vol 2. Helsinki.

2016 war das schlechteste Weißstorchjahr seit 1971 in OVP

2016 war das schlechteste Weißstorchjahr seit 1971 in OVP

Weißstorch-Bestandsentwicklung

Lediglich 79 Horste wurden von Störchen 2016 besetzt. 42 Paare zogen erfolgreich Jungen auf. Allerdings flogen nur 74 Jungstörche aus. Das sind weniger als 1 Jungvogel pro besetztem Horst und damit das schlechteste Brutergebnis seit 1971! Diese seit 2005 anhaltende Situation (niedriges Bestandsniveau, verminderte Jungenzahl) steht offensichtlich im Gegensatz zur allgemeinen Bestandsentwicklung in allen anderen Bundesländern.  ...mehr