
Denise Becker
M.Sc. Studentin
Zoologisches Institut und Museum
Allgemeine und Systematische Zoologie
Loitzer Str. 26
17489 Greifswald
denise.beckerstud.uni-greifswaldde
Forschungsinteressen
Masterprojekt: Energetische Investition der Männchen in das vibratorisches Balzverhalten als Reaktion auf den Ernährungszustand von Weibchen der Brautgeschenkspinne Pisaura mirabilis
Kommunikation ist sowohl innerhalb als auch zwischen Arten essenziell und basiert auf dem Austausch von Signalen. Diese Signale können in unterschiedlichen Modalitäten, unteranderem chemisch, visuell, akustisch und seismisch und werden häufig in komplexen Balzverhalten miteinander kombiniert. So verbinden beispielsweise männliche Vögel ein farbenprächtiges Balzgefieder (visuell) mit Gesängen (akustisch), um Weibchen anzulocken. Mittels solcher Signale können beide Geschlechter potenzielle Paarungspartner einschätzen, da die Produktion oft mit Kosten für das signalisierende Individuum einhergeht. Diese Kosten können direkt sein, etwa durch ein erhöhtes Risiko für Prädation oder Parasitismus, oder indirekt durch einen hohen Energieaufwand während der Signalproduktion entstehen. Wenn Balzsignale besonders kostenaufwendig sind, können signalgebende Individuen ihre Investition in die Balz abhängig von ihrem potenziellen reproduktiven Nutzen, oft einhergehend mit der Qualität des Paarungspartners, anpassen.
In meiner Masterarbeit untersuche ich die Listspinne Pisaura mirabilis, eine in Europa weit verbreitete Art, die häufig in Graslandschaften, Hecken und an Waldrändern vorkommt. Erwachsene Männchen fangen Beutetiere und verpacken diese zu sogenannten Brautgeschenken, die sie den Weibchen vor der Paarung präsentieren. Zusätzlich erzeugen die Männchen substratgebundene Vibrationssignale, indem sie mit ihrem Hinterleib „zittern“ und somit vibratorische Pulse über ihre Beine auf den Untergrund übertragen.
Meine Forschung konzentriert sich auf den energetischen Aufwand der Männchen bei der Erzeugung dieser Vibrationssignale und darauf, wie Männchen ihre vibratorische Balz in Abhängigkeit vom Ernährungszustand der Weibchen anpassen. Dafür habe ich einen experimentellen Aufbau entwickelt, der Respirometrie- und Vibrometrie-Techniken kombiniert. Mithilfe dieses Aufbaus nehme ich die Vibrationssignale der Männchen als Reaktion auf Seide von gut und schlecht gefütterten Weibchen auf und quantifiziere die männliche Investition, indem ich die CO₂-Produktion während der aktiven Vibration messe.